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Köstlich und lecker
Emmanuel ist ein guter Freund von uns. Seit 3 Jahren ist sein Betrieb in Ghana Partner von live2give. Er baut Papayas etwa 50km nördlich der Hauptstadt Akkra an.
Früher hat Emmanuel große Mengen ins Ausland exportiert. Die Preise waren allerdings so niedrig, dass er seinen Betrieb und die Mitarbeiter nicht bezahlen konnte. So kam er zu der schwierigen Entscheidung, den Export komplett zu stoppen und die Produktion zu drosseln, aber dafür würdige Arbeitsverhältnisse zu schaffen.
Als wir ihn kurze Zeit später kennenlernten, überlegten wir mit ihm gemeinsam, wie die Zusammenarbeit so gestaltet werden kann, dass die Bedürfnisse des Betriebes und der Mitarbeiter gestillt werden. Ihm ist es wichtig, dass die Menschen in seinem Umfeld Arbeit bekommen und das nicht einfach als Saisonarbeiter, sondern auf dauerhafter Basis, damit sie ihre Familien ernähren können. Seit drei Jahren pflegen wir eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch drei seiner Freunde beliefern uns, die in seiner Nähe Ananas, Passionsfrüchte und Mangos anbauen.
Außer dem Wohl seines gesellschaftlichen Umfeldes, ist ihm ein neues Denken im Anbau wichtig. Es sind verschiedene Faktoren, die die dortige Natur ausbeuten: Der Boden hat sehr guten Sand. Immer wieder kommen Sandfirmen und plündern die Felder der Bauern indem sie den kompletten Boden abtragen und mitnehmen. Die Natur leidet auch aufgrund von mangelndem Wissen über Anbaumethoden. Um landwirtschaftliche Flächen zu erzeugen, wird nicht selten brandgerodet. Riesige Betriebe überziehen das Land mit Plantagen in Monokultur.
Emmanuel geht neue Wege im Papayaanbau. Auf 10 seiner 30ha wird angebaut. Papaya-„bäume“ brauchen nur ein Jahr, bis sie Früchte bringen und tragen dann für 4 Jahre. In dieser Zeit baut er z.B. Süßkartoffeln zwischen den Papayapflanzen an. Wenn die Papaya ihren Dienst getan hat, lässt er die Pflanze auf dem Feld liegen, damit der Boden das Material wieder bekommt. Außerdem forscht er, wie Gemüseanbau in Mulch unter tropischen Bedingungen gelingen kann.
Die Papayasetzlinge zieht er selbst. Die Samen einer Papayafrucht ergeben ganz unterschiedliche Setzlinge. Wenn die Pflänzchen noch klein sind, erkennt Emmanuel an den ersten Blüten, wie die Qualität der Früchte später sein wird. Er entscheidet sich für diejenigen, die zwar weniger ertragreich, aber dafür geschmackvoller sind.
L’Horta de Carme – das ist ein Partnerbetrieb im Ebrodelta in der Region Tarragona in Spanien. Das Familienunternehmen bewirtschaftet 35ha Land. Außer den Zitrus- und Olivenhainen und dem Melonenanbau, die jeweils mehr Fläche benötigen, wachsen dort auch verschiedene Gemüsekulturen.
Marti pflanzt dichte Baum- und Buschreihen um seine Felder. Dies bietet Wohnraum für Insekten und Vögel, spendet seinen Kulturen Schatten, schafft Windbarrieren und hält Spritzmittel der umliegenden Landwirte ab.
Als wir Marti kennengelernt haben, hat das unser Sortiment extrem bereichert. Im Sommer die verschiedenen Melonensorten, im Herbst die Kakis und im Winter das Zitrusfrüchteangebot. Die Kiwis die er anbaut, sind sehr aromatisch und kaum säuerlich. Verteilt auf seinen Grundstücken stehen außerdem ein paar Avocadobäume, deren Früchte er uns in der Saison anbietet. Wenn der Winter das regionale Angebot hierzulande zurückfährt, beliefert Marti uns mit einem bunten Gemüsesortiment. Last but not least, versorgt er uns mit einem besonderen Olivenöl, das sehr aromatisch ist. Er lässt die Oliven nicht voll ausreifen, was zu einem Öl reich an Antioxidantien führt.
Das Ebrodelta ist nicht nur landschaftlich sehr schön, sondern ist auch Anbaugebiet für Reis. Eine Verwandte von Marti baut dort Lang- und Rundkornreis an. Das bringt uns in den Genuss von frischem Reis, der so regional wie möglich gewachsen ist.
Der Süden Spaniens ist bekannt für seinen Wassermangel, die intensive, industrielle Landwirtschaft und die schlechten Arbeitsbedingungen der Erntehelfer. Für Landwirte, die auf Qualität und gute Arbeitsverhältnisse achten, ist es allein fast unmöglich geworden, der Industrie, die dort herrscht, etwas entgegenzusetzen. In diesem Umfeld haben sich Sergio und sein Vater, die am Rand der Berge um Malaga leben, mit einigen anderen Biobauern zusammengeschlossen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben sie die Bauerngenossenschaft BioMilanés gegründet. Sie teilen sich Landwirtschaftsmaschinen, haben ein gemeinsames Vertriebssystem für ihre Produkte und helfen sich gegenseitig. Gemeinsam tun sie ihr Bestes, gegen die Ausbeutung des Landes ein Zeichen zu setzen und regenerativ und nachhaltig anzubauen.
Die Landwirte von Bio Milanés möchten ihre Autonomie bewahren, indem sie auf eigenes Saatgut zurückgreifen. Sie achten auf Flächenrotation inklusive einer gewissen Brachezeit. Das reife Obst und Gemüse wird möglichst punktgenau geerntet. Sonnengereifte Ware ist nicht nur geschmacklich unübertroffen, sondern auch dann erst ist der volle Vitamingehalt gewährleistet. Die Genossenschaft achtet auf möglichst direkte Wege zum Verbraucher, nicht nur wegen der Reife der Produkte, sondern um sowohl für die Erzeuger als auch die Kunden faire Preise zu ermöglichen. Außerdem liegt es ihnen am Herzen, die Distanz zwischen Stadtbewohner und Landwirt zu überwinden und im Verbraucher wieder einen Bezug zur Lebensmittelerzeugung zu schaffen. Dazu laden sie zu Führungen auf ihren Flächen ein.
Von Bio Milanés bekommen wir sehr gute Trauben, Avocados, die dort an den Berghängen noch auf ausreichend Niederschlag zurückgreifen können, Tomaten in unseren Wintermonaten und leckere spanische Mangos.
Am Fuß des Montserrat wohnt ein älterer Herr, der uns mit viel Liebe zum Detail hauptsächlich mit Steinobst versorgt. Juan hat eine ansteckende Begeisterung, die Natur zu verstehen und im Anbau mit ihr zusammenzuarbeiten. Über viele Jahre hat er den Hof allein mit einem Angestellten bewirtschaftet. Jetzt ist er im Prozess den Betrieb an seine Tochter und zwei weitere junge Leute zu übergeben. Er freut sich über die innovativen Ideen, die sie einbringen, und vermittelt ihnen sein Know-how.
Juan setzt auf Spontanbegrünung in den Fahrspuren. Dadurch lockt er Nützlinge an und sorgt so für ein Gleichgewicht durch Diversität der Arten. Diese Maßnahme zusammen mit Pheromonfallen ist ausreichend für die Schädlingsbekämpfung. Er macht nur minimalinvasive Bodenbearbeitung.
Zwischen den Baumreihen bringt er Kompost aus und der Baumschnitt wird untergemulcht. Für die Bewässerung nutzt er hauptsächlich wiederverwertetes Wasser. Aufgefangenes Regenwasser ersetzt zum Großenteil die Bewässerung mit Grundwasser. Insgesamt ist der Bewässerungsbedarf auf seinen Flächen durch die Bodenbedeckung deutlich reduziert.
Früher hat Juan seine gesamte Ernte einem spanischen Großhändler abgegeben. Als dieser eines Tages Juan bekannt gab, in dieser Saison nichts von ihm abzunehmen, machte Juan sich Gedanken über den Sinn des Ganzen. Er beschloss, die Landwirtschaft zu verkleinern, auf Bio umzustellen und den Vertrieb in die eigene Hand zu nehmen.
Als wir ihn kennenlernten, war er sehr verwundert, als wir ihn fragten, welchen Preis er braucht, damit er leben kann. Nach ein paar Monaten der Zusammenarbeit rief er uns an und erzählte uns, dass wir ihm geholfen hätten, dass er nicht mehr parallel zur Landwirtschaft noch woanders arbeiten gehen muss. Er sagte, dass er den Preis für uns jetzt senken kann, weil es ihm so gut geht. Seitdem werden in den letzten Jahren die Anbaubedingungen extremer und er musste immer wieder Ernteausfälle einstecken. Dann überlegen wir zusammen, wie wir eine Lösung finden. Der Handel mit ihm ist eine gemeinsame Sache.
Die Steinobstsaison wird eingeläutet, wenn wir von Juan die Wollmispeln bekommen. Diese Frucht, die hier noch nicht so verbreitet ist, wächst dort überall und ist sehr saftig und aromatisch. Aprikosen, Pfirsiche und Feigen bekommen wir von ihm in bester Qualität. Sie werden sonnengereift geerntet und schmecken wie frisch vom Baum gepflückt. Im November ist dann die Zeit der Oliven. Auch bei seinem Olivenöl merkt man die Liebe zum Detail. Die Flasche und der Inhalt stimmen in ihrer Qualität überein.
Lleida ist eine Gegend in Spanien, wo die Böden sehr salzhaltig sind. Das Salz macht das Obst sehr süß. Manche Obstsorten können dort gar nicht angebaut werden, wie z.B. Wassermelonen, die einfach platzen würden. In dieser Gegend, die bekannt ist für ihren Pfirsichanbau, überleben nur sehr sehr wenige Biohöfe. Überall ist industrieller Anbau.
Luis betreibt dort mit seiner Verwandtschaft einen Bio-Familienbetrieb. Sie haben nicht nur die Mitarbeiter voll angestellt, sondern nehmen auch deren Familien mit auf, stellen ihnen Wohnraum zur Verfügung, den sie zusammen mit ihnen einrichten. In der Hauptsaison wird das Essen auf’s Feld gebracht und alle essen gemeinsam. Man kümmert sich umeinander.
Von Luis bekommen wir Nektarinen, Tellerpfirsiche, Kiwis, Granatäpfel und Trauben.
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